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Die Geschichte der Trachtenmode reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Dort etablierte sich um 1870 das traditionelle Dirndl, als beliebtes Kleidungsstück junger Frauen.
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Die Geschichte der Nutzung tierischer Häute, als Auspolsterung von Behausungen und schützende Kleidung, reicht weit in die Frühgeschichte der Menschheit zurück. Denn schon die Neandertaler erkannten, dass es zweckmäßig war, die Körperhülle der erlegten Beute nicht ungenutzt zu lassen, vor allem unter dem zeitweiligen Einfluss der Eiszeit. Folglich ist die lederne Hose an sich, anders als man vermuten könnte, keine speziell tirolische oder bayrische Bekleidung. Sie ist seit frühester Zeit Bestandteil der Männerkleidung, besonders in kälteren Gebieten. Wahrscheinlich wurde die lederne Hose von den Germanen und Kelten als praktische Arbeits- und Jagdkleidung entdeckt. Durch ihre Geschmeidigkeit, lange Haltbarkeit und die Fähigkeit, Schweiss schnell aufzunehmen, verbreitete sich dieses Kleidungsstück schnell unter den Reitvölkern der Antike und wurde später von den römischen Soldaten übernommen. Die im bayrischen und Tiroler Land verbreitete Kniebundlederhose findet ihren Ursprung in der Zeit des Rokkoko, als Nachfolger der vorher üblichen Pluderhose. Dieses Kleidungsstück war bis dato noch lang. Die kniefreien Lederhosen, schlicht "Kurze" genannt, entwickelte sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde zu dieser Zeit jedoch noch hauptsächlich von der ärmeren Bevölkerung, wie Bauern, Hirten oder Knechte, als Arbeitskleidung getragen. Erst der österreichische Kaiser Franz Joseph und der bayrische Herzog Max bevorzugten die Lederhose als trachtiges Kleidungsstück, besonders bei den feudalen Jagdgesellschaften. Sie ließen sich in der Lederhose fotografieren und demonstrierten so ihre Volksverbundenheit. Als 1920 die Salzburger Festspiele gegründet wurden, trugen alle Gäste ganz selbstverständlich Tracht und die Lederhose wurde endgültig "stadtfein". In den Wirtschaftswunderjahren mutierte die Lederhose dann zum Massenprodukt und verlor ihren waren Charakter. Der Höhepunkt dieser trivialen Form fand sich in den sechziger Jahren, als die Kollektion übertrieben niedliche Varianten mit aufgenähten Lederherzen als Taschen erfand. In diese wurden dann die kleinen Jungen von ihren Müttern gesteckt, mit der Konsequenz, dass die grösseren Jungen nichts mehr von der Lederhose wissen wollten. Heute finden sich die urigen Trachtenlederhosen vor allem auf den Oktoberfesten, Trachtenfesten und Veranstaltungen der Volksmusik. Einen festen Anhängerkreis hat sie zuweilen aber trotzdem noch. Es gibt kein vergleichbares Kleidungsstück, dass diesen Tragekomfort und diese Liebe zum eigenen Land, zur Tradition und zur Natur verkörpert. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Verfallszeit von Produkten immer kürzer und Trends immer schnelllebiger sind, sehnen sich viele Menschen nach Wertigkeit und Verlässlichkeit, an denen sie sich orientieren und die sie auch nach aussen hin zeigen können. Die Trachtenlederhose, die all diese Trends überlebt hat, verkörpert genau dies. Sie ist mehr als nur ein Kleidungsstück, sie ist ein Lebensgefühl, ja eine Lebenseinstellung. Eine Lebenseinstellung die an Traditionen und fast vergessen Werten festhält und dem Träger ein langfristig gutes Gefühl von Beständigkeit und Individualität vermittelt. |
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